Gallen-OP

Das Sandostatin, das ich nun schon so lange und hochdosiert nehme, lähmt die Galle. Dadurch verdickt die Gallenflüssigkeit, und es können sich Steine bilden. Bei mir liegen Gallensteine in der Familie, vielleicht hätte ich sie so oder so bekommen.

Entdeckt wurden die Steinchen lustigerweise bei einem Ultraschall anlässlich eines ausgewanderten Nierensteins (liegt auch in der Familie). Kurz danach begannen die Koliken. Das sind wirklich wüste Bauchschmerzen, ich verstehe nicht, wie man das vertrödeln oder sich nicht zu einer OP entschließen kann, zumal das heute ein läppischer Routineeingriff ist. Manche Krankenhäuser führen ihn sogar ambulant durch.

Hier der ganze Bericht:

23.05.08 Vorstationäre Aufnahme im Diakonie Klinikum Stuttgart

Zu diesem Zeitpunkt habe ich schon eine echt miese Woche hinter mir. Die 4. Kolik, und die Schmerzen wollten gar nicht mehr aufhören. Dementsprechend sind meine Blutwerte auch so schlecht, dass die Ärzte am Montag noch ein MRCP haben wollen, weil sie vermuten, ein Steinchen könnte sich direkt vor den Darm geklemmt haben. Die OP ist also direkt mal um einen Tag verschoben. Am Wochenende geht es mir allerdings wieder sehr gut, der Stein scheint sich von alleine verzogen zu haben.

26.05.08 Aufnahme auf Station W41

Um 7.40 Uhr bin ich da, eine Zimmernachbarin habe ich auch schon. Susanne wird noch am gleichen Tag an der Schilddrüse operiert. Genau wie meine andere Zimmernachbarin, Regina, die aber auch noch einen Tag warten muss. Ich laufe erst mal wieder in die Radiologie und komme in die Röhre. Auf den Bildern ist aber nichts zu sehen, die OP kann also eingeplant werden. Bis dahin heißt es rumsitzen und warten – und nett mit Regina quatschen. Außerdem gibt es für jedes Bett einen Mini-Fernseher mit Schwenkarm und Kopfhörern, das ist prima!
Mein behandelnder Arzt, Herr Dr. Ploner, kommt extra vorbei, um nach mir zu sehen – wie auch in den nächsten Tagen, das finde ich sehr nett!

27.05.08 OP                                                                                                         So gegen 12 Uhr bin ich dran. Zwei Spritzen und ich bin weg. Im Aufwachraum packen sie mir gleich meine Steine in die Hand, ganz schön voll der Becher!
Auf der Station sind wir jetzt alle Drei versehrt, aber Susanne geht es schon wieder etwas besser. Ich habe ziemliche Schmerzen. Kann mich nicht mal räuspern, weil der Bauch so weh tut. Dabei sind es nur vier kleine Löcher. Aber die OP ist offenbar verlaufen wie gewünscht.
Abends kommt Martina vorbei und bringt mir jede Menge Bücher und wundervoll duftende Rosen. Zum Lesen ist mir allerdings noch nicht so zumute.

28.05.08                                                                                                        Schmerzen sind immer noch da, und ich kriege nur Zwieback und Kräutertee. Die Schnabeltasse ist echt klasse, denn aufsetzen kann ich mich eigentlich gar nicht. Die Pflaster werden gewechselt, alles ist in Ordnung. Meinen Mitpatientinnen geht es auch besser.
Leider liegt unser Zimmer direkt über eine Baustelle, wir können kaum die Fenster aufmachen, um zu lüften, weil es so furchtbar laut ist. Aber die Schwester, die zum Blutabnehmen kommt, meint, drüben bei den Männern sei es viel schlimmer, da würde es riechen wie in einem Tigerkäfig 😀
Ich kriege inzwischen Gastro II, das sind lecker Breichen und Fruchtmus, sowie ein paar Scheiben Brot.
Isabell kommt mit schönen Blümchen vorbei, und Martina ist auch wieder da.

29.05.08                                                                                                           Heute sind wir nur noch zu zweit, Susanne durfte schon gehen. Regina und ich hoffen, dass wir morgen gehen dürfen. Ich bin jetzt auf Gastro III, das bedeutet ein paar Nudeln, Schokopudding und Brot mit Butter und Marmelade. Aufsetzen kann ich mich schon besser, aber nur über die Seite rollend.
Überraschend kriege ich Besuch von Karin!

30.05.08                                                                                                                    Ich muss zwar noch das Labor abwarten, aber dann darf ich auch gehen. Blutwerte sind in Ordnung. Martina holt mich ab und bringt mich wieder zu meinen kleinen Viechern. Es ist noch alles sehr, sehr anstrengend, aber es wird immer besser. Mal sehen, wie sich die Sache mit dem Essen entwickelt. Appetit habe ich, wie immer, großen, aber ich traue mich noch nicht so recht.

Anmerkung: Ohne meine Galle geht es mir mittlerweile prima! Ich kann immer noch essen, was ich will (war aber auch noch nie der Eisbein&Sauerkraut-Typ) und habe sonst keinerlei Beschwerden. Gute Entscheidung!

Gallensteine

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